Kopenhagen

Jeder von uns hatte sicher schon einmal diese Knete in der Hand, die so einen eigensinnigen Geruch hatte und total nach Salz geschmeckt hat. Ich weiß nicht mehr ob jede Knete so war, ob es Play-doh war oder was komplett anderes. Aber fast jeder weiß sicher von was ich gerade rede. Genau daran erinnert mich das hier alles. An Knete. Und das nicht weil hier alles so unheimlich teuer ist. Es ist erstaunlich, aber als ich das erste mal am Abend ein kleines Stück gelaufen bin, hatte ich das Gefühl in einer Spielzeugstadt zu stehen. Von einem kleinen Kind, vielleicht auch einem kleinen Ich errichtet. Keines der Häuser sieht langweilig aus oder hat immer die selbe Form. Alles ist so unglaublich bunt und leuchtet in jeder Farbe, die das Farbspektrum so zu bieten hat. Und ich stehe mittendrin zwischen diesen riesigen Häusern aus buntem Stein, oder vielleicht wirklich bunter Knete. Es fühlt sich einfach nicht real an. Das besondere hierbei ist, dass an einer Ecke ein unglaublich altes Haus steht, welches ein pompöses Gewand mit Stuck besetzt trägt und an der anderen Ecke ein Gigant aus purem Glas geformt. Alt und Neu sind total wild zusammengewürfelt und es passt so unheimlich gut. So habe ich das noch nirgends anders gesehen. Welches den Charme dieser „Spielzeugstadt“ noch um einiges unterstreicht sind die verschiedensten, ausgefallensten Restaurants und Bars. Nur wenige entsprechen dem selben Stil, alle sind wie riesige Schaufenster, die etwas spektakuläres zur Schau stellen. Wie kleine Welten aneinander gereiht, die sich öffnen, wenn man sie betritt und jeder der eine dieser Welten verlässt vermischt ein Stück von ihnen in den Universen der Straße. Überall gibt es was zu sehen. Blicke ich nach unten kann man die Sicht in die Küchen der Restaurants ergattern oder kleine Bars und Clubs, die man davor vielleicht nicht so wahrgenommen hätte, aber jeden Geheimtipp wert wären. Blicke ich gerade aus und zur Seite spielen Gast und Wirt ein wunderbares Stück nur für mich und überall sieht man ein Lächeln vorbei huschen. Blicke ich nach oben gibt es gefühlt kein Ende mehr an Lichtern und neuen verschachtelten Möglichkeiten, die die Häuser Kopenhagens so zu bieten haben. Verlässt man dann für einen Moment diese kleine Spielzeugstadt aus Knete erreicht mich sofort das Meer mit seinen Weiten und das Gefühl von Freiheit spült all das Getümmel sofort von einem herab. Das Kanalnetz passt auf, dass ich mich in diesen Weiten nicht verirren und verlieren kann. Und die kleine Meerjungfrau am Ufer hält die Kindheit noch ein Stück fest, damit sie nicht weglaufen kann.
Kopenhagen hat kulutrell und architektonisch wirklich viel zu bieten, doch sollten dir die Mauern aus bunter salziger Masse nicht reichen, solltest du auf jedenfall ein bisschen mehr von der Knete in der Tasche tragen um es dir deinen Entsprechungen zum Luxus der Reise ausbauen zu können.

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