Oslo

Ende des 19. Jahrhunderts erfand der Wiener Chirugeninstrumentmechaniker Erwin Perzy die Schneekugel, wie wir sie heute kennen. Die Idee zu dieser kam ihm während einer Versuchsreihe an einer sogenannten Schusterkugel, in welcher im Wasser liegende Glasspäne dazu dienen, die Reflexion eines Kerzenlichtes zu verstärken.
Ich glaube eher, dass Erwin Perzy in Oslo war, als ihm die Idee zur Schneekugel kam. Wenn man nach oben in den Himmel blickt, sieht es durch die verschiedenen Muster, die die Wolken durch das blau ziehen, wirklich so aus, als würde man unter einer Kuppel stehen. Das Meer endet durch die untergehende Sonne, die eine Schleppe aus lila und rot trägt, wie in einer Wölbung, welche den unteren Rand der gläsernen Halbkugel abzeichnet. Und jedes Gebäude, jedes Boot und Auto, jeder Mensch ist die perfekte Deko für eine wunderschöne, einzigartige Schneekugel. Alles sieht so niedlich aus. Wie kleine Figuren aus Handarbeit am Christkindlmarkt. Nichts sieht gleich aus, alles hat etwas ganz eigenes an sich. Überall leuchtet und schimmert es. Jede Laterne am Straßenrand ist mit einer Lichterkette beschmückt, zwischen den Häusern und ihren Dächern, die eine Gasse bilden, sind verschiedenste Dekorationen gespannt und so gut wie jedes Lokal trägt ein Mantel aus Stuck, atemberaubenden Malereien, sowie Pflanzenranken, Tannenzweige und natürlich pompösen Beleuchtungen. Geht man durch das ein oder andere Viertel und sieht sich die Häuser und Burgen an, fühlt man sich wie in einer Zauberwelt, vergleichbar mit Hogwarts. Alles wirkt so magisch eigenartig im guten Sinne. Ist man dann am für mich schönsten Ort in Oslo angekommen, ist genau vor einem das schönste Motiv der überdemensionalen Schneekugel: der Hafen. Alles leuchtet noch mehr, die Lokale und Häuser sind noch ausgefallener und besonderer, die verschiedensten Boote und Schiffe liegen an ihren Liegeplätzen und schwanken langsam hin und her. Tausende kleine Brücken und Gassen vernetzen umliegende Gebäude mit dem Festland. Überquerst du diese fühlt es sich so an, als würdest du tatsächlich einfach so über das Meer laufen können. Du fühlst dich schwerelos und frei, sowie als würde dich eine dieser Brücken ans andere Ende der Welt wandeln lassen. Du weißt nie was dich hinter der nächsten Ecke erwartet. Erreichst du irgendwann den Rand der kleinen Hafenstadt und stehst unmittelbar vor Wasser und nichts anderem, hast du eine ultimative Sicht auf die Silhouetten des Umlandes, aufleuchtend in verschiedenen Orange- und Gelbtönen. Es ist wirklich atemberaubend, wenn diese dann auch noch von unbeschreiblichen Sonnenuntergängen ummantelt werden.
Also hier bin ich: in Mitten einer magischen Weihnachtswunderwelt in einer riesigen Schneekugel und anstatt von dieser Kugel eingeengt zu werden, fühle ich mich frei. Alles erscheint mir plötzlich Grenzenlos, nichts ist unmöglich, jeder Traum ist zum greifen nah.
Und dazu kommt, dass ich in dieser Kugel nicht alleine stehe. Ich habe tolle Menschen kennengelernt. Menschen die einem neue Sichtweisen aufzeigen, mit dir zusammen neue Gegenden erkunden, um 3 Uhr Nachts mit dir Eisessen gehen, damit es einem besser geht. Menschen, mit denen man lachen und die Zeit vergessen kann. Und dafür bin ich sehr dankbar.

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