Veränderung

Ich bin an sich kein gesprächiger Mensch. Ich rede zwar gerne mit Menschen, aber eher um zuzuhören. Ich stelle mehr Fragen, als welche zu beantworten. Ich bin kein Mensch der gerne Smalltalk führt. Ich bin auch nicht sonderlich gut darin. Um ehrlich zu sein interessiert es mich auch nicht wirklich. Ich interessiere mich für unglaublich viele verschiedene Sachen, jedoch interessiere ich mich nicht für jeden. Weckt dennoch jemand mit seiner eigenen Art und Geschichte oder für ein bestimmtes Thema mein Interesse, möchte ich mehr darüber erfahren als nur Oberflächlichkeiten. Ich fange dann oftmals an komische, eigenartige Fragen zu stellen. Fragen, die für viele keinen Sinn ergeben oder wie aus dem nichts gegriffen erscheinen. Das sind sie aber nicht. Denn wenn ich mich nach etwas erkundige, ist es nicht nur die tatsächliche Antwort, die meine Beachtung und Neugier erlangt. Es ist die Art WIE die Frage beantwortet wird. Wird sie sofort abgelehnt, wird sie schnell beantwortet, wird sie langsam beantwortet, wird sie ausführlich oder knapp beantwortet, wird sie hinterfragt? So viele Dinge die einen Unterschied ausmachen. All diese Punkte verraten mehr über den Charakter und die Eigenschaften einer Person, als die Frage selbst. Willkürliche Fragen über Materien, mit denen man sich selten oder gar nie beschäftigt, haben zudem den Sinn, den gefragten Menschen zu fördern und ihn, zu gute für ihn selbst, neue Sichtweisen erlangen zu lassen. In unserem Gehirn ist so viel Platz, wieso dann nicht diesen ausreizen und nutzen? Wieso also immer belangloser Smalltalk, welcher all unsere unentdeckten Fähigkeiten und Ideen verstauben und verstummen lässt? Das spannendste an dieser Art und Weise von Konversation, ist die Interpretation des Kontextes, die zwischen jeder Persönlichkeit variiert. Egal wie du etwas gemeint hast, jemand anderes kann es anders sehen oder verstanden haben. Du weißt nie wie eine Sache bei anderen ankommen wird, du kannst nur mit starker Intuition oder Deutlichkeit einein Bruchteil ihrer Sichtweise beeinflussen.
Deshalb mag ich Kunst. Jede Art von ihr. Egal ob Musik, Malerei, Film, Poesie, Theater, Tanz oder eine der hundert anderen Formen. Sie inspiriert mich weiter dazu aufmerksam zu sein. Sie inspiriert mich auch dazu, meine eigene Art von Kunst, wie das Schreiben, weiterzuführen und zu fördern. Denn auch ich, beziehungsweise meine Kunst, möchte andere Leute inspirieren, ihren Horizont erweitern und ihnen helfen, ihren verschachtelten und teils verschlossenen, mit Staub bedeckten Geist zu entfalten, auszupacken und mehr Platz zu schaffen. Etwas im Leben eines anderen zu verändern. Und auch wenn es nur die klitzekleine Entscheidung zwischen ja und nein ist. Veränderung. Ständiger Wandel. Ein Aspekt, der uns alle immer betreffen wird. Genauso wie die Kunst. Ich habe in einer Ausstellung in der Vancouver Kunst Galerie viel darüber gelesen und viele andere Sichtweisen betrachtet. Metamorphose. Mutation. Modifikation. Transfiguration. Transformation. Translation. Hybridität. Alterität. So viele Dinge, so viele Wörter, die im Wandel der Zeit entstanden sind, um Arten des Wandels beschreiben zu können. Egal ob physikalischer, spiritueller oder kultureller Wandel. Jede Änderung hat Auswirkungen auf Zukunft, Gegenwart und auch Vergangenheit. Sei es der letzte Pinselstrich eines Gemäldes oder der Schlussstrich in einer Beziehung. Er wird Sichtweisen und Persönlichkeiten ändern. Ob es die des Künstlers, des Betrachters, des Schlussmachers oder des Verlassenen ist, ist nicht pauschalisierbar. Das ist es jedoch nur nicht, weil die Intensität des Einflusses des Wandels nicht zu vorher bestimmen ist. Die Änderung an sich findet bei jedem statt. Egal ob wir das wollen oder nicht, alles im Leben besteht nur daraus. Wir streben nach Metamorphose. Genauso wie wir nach ihr lechzen und sie begehren können, können wir sie fürchten und hassen. Sie kann uns auch gnadenlos überfordern. Aber wir werden sie immer brauchen. Doreen Jensen beschrieb den Wandel so: „… die Transformation als KLARE Veränderung und den WILLEN zur Veränderung.“ Diese wird jedoch erst bedeutungsvoll und ein überzeugendes Motiv, wenn die Verbindung zwischen Zeit, Ort und Sein erschwert ist. Reformen sind somit unerlässlich. Und diese starten im Kopf. Und genau in den Situationen, in denen eine Änderung der aktuellen Situation nicht als richtig oder unlogisch erscheint, sollte man es tun. Nicht jede Wende im Leben bedeutet Schlechtes. Im Gegenteil. Veränderungen bedeuten auch nicht immer alles komplett über den Haufen schmeißen zu müssen, manchmal reicht das Auswechseln, Dazubauen oder Wegnehmen eines Bausteines. Alles ist eine Sache der Perspektive und es ist dir selbst überlassen, welche du ergreifst. Mache dir den ständigen Wandel zu nutzen, anstatt dich davon einschränken zu lassen.

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