Seattle

Als ich circa sechs Jahre alt war machten meine Eltern mit mir einen Spontantrip. Ich wurde aus dem Kindergarten geholt, ins Auto gesteckt und wir sind einfach drauf los gefahren. Ein wirkliches Ziel gab es nicht, einfach fahren, mal sehen wo es uns hin verschlägt. Und plötzlich waren wir am Gardasee. Nach ewiger Suche haben wir mit Glück eine wirklich tolle Unterkunft mit unglaublich netten Gastgebern gefunden. Am Ende hat es uns so gut gefallen, dass wir länger geblieben sind. Einfach so. Obwohl ich recht jung war, kann ich mich noch an fast alles genau erinnern. Das werde ich vermutlich mein ganzes Leben lang tun, denn es war bis jetzt eine der besten Reisen meines Lebens. Weil es so spontan war. Nichts war wirklich geplant, wir haben einfach alles auf uns zu kommen lassen. Es gab keinen Stress, nichts musste krampfhaft nach Plan gemacht werden, denn es gab nicht wirklich einen.
Jetzt wo ich hier in Seattle bin, muss ich viel daran denken. Spontantrips. Denn fast genauso spontan wie die Fahrt zum Gardasee, ist es diese auch. Wenige Tage vorher die wortwörtliche Schnapsidee gehabt, heute in den Bus gestiegen und einfach hingefahren. Und plötzlich bin ich hier. In den USA. Ganz spontan. Ganz ungeplant. Ganz stressbefreit. Und dass ich hier mit jemandem sein kann, der auch einfach mal für eine Zeit lang nicht alles planen und strukturieren will, macht mich froh. Verblüffend wie einfach doch alles sein kann. Einfach mal machen, einfach mal auf einen zukommen lassen, was die Welt so zu bieten hat. Und Seattle hat tolle Dinge zu bieten, vor allem bei Nacht. Eine Hafenstadt aus Glas. Die Reflexionen der vielen Lichter auf dem Wasser, welche sich in den tausenden Fenstern spiegeln. Die zahlreichen Fischerrestaurants an der kilometerlangen Promenade sind trotz der neumodischen Stadt rustikal und urig gehalten. Somit bekommt alles einen ganz anderen Charme. Ein riesiger unterirdisch verzweigter Markt, in dem es alles gibt wovon man nicht wusste, dass es existiert, bis hin zu sämtlich bekannten Delikatessen. In Mitten von zahlreichen Hochhäusern ein Ort, der sogar spät Abends und teilweise auch Nachts gut besucht scheint. Viele Museen mit außergewöhnlich künstlerischer Architektur in mitten eines Parks voller verrückter Skulpturen. Und im Zentrum des ganzen die Space Needle. Je dunkler der Himmel, desto hell leuchtender die Stadt, desto mystischer die Stimmung, desto schöner die Szene.
Seattle ist trotz all dem eine typische industrielle Großstadt, weswegen ein paar Tage zum Besichtigen ausreichen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es eine gute Stadt zum wohnen ist, denn es scheint unendlich viele faszinierende Ecken zu geben. Man braucht nur die Zeit und Kontakte, um diese zu finden.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s